Deming in Japan

Die Tätigleiten von Deming in Japan (ab 1950) haben das Kräfteverhältnis in der Weltwirtschaft neu verteilt.

Seit 1951 wird diese Medaille an Organisationen und Einzelpersönlichkeiten abgegeben, welche sich durch besondere Leistungen bei der Untersuchung, Anwendung und Verbreitung von Methoden der firmenweiten Qualitätskontrolle (Company-Wide Quality Control, CWQC) ausgezeichnet haben. Sie zeigt das Profil von Dr. Deming und die Inschrift:" Die richtige Qualität und die Gleichmässigkeit bilden die Grundlage für Geschäft, Wohlstand und Frieden".

Ohne irregeleiteten Nationalstolz und unbelastet vom „Not-Invented-Here-Syndrome“ haben die Japaner mit Fleiss und Akribie die Gedanken eines Amerikaners aufgenommen, umgesetzt und dabei die weltwirtschaftlichen Schwerpunkte neu gesetzt.

Es war der damalige Präsident der Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE), Iciro Ishikawa, der Deming im Juni 1950 einen landesweit stark beachteten ersten Auftritt vor den Spitzen der japanischen Wirtschaft ermöglichte. Dieser Auftritt gab Deming die Gelegenheit,  eindringlich auf die Verantwortung des obersten Managements für die Qualität von Produkten und Dienstleistungen hinzuweisen. „Qualität muss ganz oben beginnen. Sie kann nie besser sein als das, was das Top-Management unter Qualität versteht“. Deming betonte später immer wieder, dass ohne diesen Auftritt vor den Spitzen der japanischen Wirtschaft sein Appell wie zuvor in seiner Heimat wirkungslos verhallt wäre.

Auf Anregung von Deming wurde Dr. Joseph Juran von der JUSE im Jahre 1953 erstmals nach Japan eingeladen. Weil damals auch Juran von seinen Landsleuten in den USA nicht beachtet wurde,  entfaltete er als persönlicher Berater von Mr. Toyoda eine wirkungsvolle Beratungstätigkeit in der japanischen Automobilindustrie. Neben Deming hat Juran den weitaus stärksten Einfluss auf die Entwicklung des Qualitätsgeschehens hinterlassen.

Viele haben Japan auf dem Weg zur wirtschaftlichen Weltmacht beraten. Der Erfolg hat immer viele Väter. Doch Deming war der einzige, der aus einer Wertordnung, aus Theorie und Erfahrung eine grundlegend neue Managementlehre schuf, die sich in der Folge als überlegen erweisen sollte.

von Florian Padrutt - 
Sonntag, 28. September 2003